Tirol mit dem Wohnmobil, Auto oder Flugzeug: Was du wirklich wissen musst
Tirol – wo die Berge beginnen und der Alltag endet
Tirol ist ein Reiseziel, das man nicht lange erklären muss. Die Kombination aus imposanten Dreitausendern, glasklaren Bergseen, sattgrünen Almwiesen und einem gut ausgebauten Straßennetz macht das österreichische Bundesland zu einem der beliebtesten Reiseziele Mitteleuropas – und das für gute Gründe. Wer einmal im frühen Herbst durch das Inntal gefahren ist, wenn der Morgennebel langsam aus den Tälern steigt und die ersten Lärchen sich goldgelb färben, der versteht sofort, warum viele Reisende immer wieder hierher zurückkehren.
Tirol eignet sich besonders für: Naturliebhaber und Wanderbegeisterte, die ruhige Bergpanoramen dem Trubel der Küste vorziehen; Wohnmobil-Reisende, die gut ausgestattete Stellplätze mit Alpenblick schätzen; und alle, die gerne in kurzen Etappen fahren und die Umgebung ausgiebig zu Fuß erkunden.
Dieser Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen für eine Reise nach Tirol: Was die Anreise kostet und welche Maut-Besonderheiten gelten, was Campingplätze und Hotels verlangen, wie es um Barrierefreiheit steht – und was du vor Ort wirklich wissen solltest, bevor du losfährst.
Was ist Tirol – kurz und klar?
Tirol ist ein Bundesland im Westen Österreichs, eingeklemmt zwischen Bayern im Norden, Südtirol (Italien) im Süden, Salzburg im Osten und Vorarlberg sowie der Schweiz im Westen. Die Landeshauptstadt ist Innsbruck, die gleichzeitig das wichtigste Verkehrsdrehkreuz der Region darstellt. Das Bundesland umfasst Nordtirol und – getrennt durch ein Stück Salzburg – Osttirol im Südosten. Bekannte Täler und Regionen sind das Ötztal, Zillertal, Inntal, Stubaital, Außerfern und das Kitzbüheler Land.
Faktenbox: Die wichtigsten Eckdaten auf einen Blick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Land | Österreich |
| Währung | Euro (€) |
| Sprache | Deutsch (mit österreichischem Dialekt) |
| Beste Reisezeit für Senioren | Mai–Juni und September–Oktober |
| Kurtaxe / Ortstaxe | ca. 2,60 € – 5,00 € pro Person/Nacht, je nach Tourismusverband (geprüft am: 11.07.2026) |
| Lage | Zentralalpen, Westösterreich; Hauptstadt Innsbruck |
| Zeitzone | MEZ / MESZ (wie Deutschland) |
Lesezeit: ca. 9 Minuten
Wie kommst du nach Tirol?
Tirol ist aus Deutschland gut erreichbar – aber die Route will gut überlegt sein, gerade wenn du mit dem Wohnmobil unterwegs bist.
Mit dem Auto
Aus München bist du über die A8 und dann die A93 (Inntalautobahn) in rund 1,5 Stunden in Innsbruck – das ist eine der klassischen, gut ausgebauten Alpenstrecken. Aus Frankfurt oder dem Ruhrgebiet fährst du rund 6 bis 8 Stunden, je nach Startpunkt und Pausen. Die A9 über Nürnberg und Salzburg ist eine bewährte Alternative zur Route über München. Gut zu wissen: Auf der A12 (Inntalautobahn) gilt ab dem Grenzübergang Kufstein sofort Vignettenpflicht.
Für die Routenplanung: Google Maps Route nach Innsbruck, Tirol
Mit dem Flugzeug
Der Flughafen Innsbruck (INN) liegt stadtnahe und wird von mehreren deutschen Flughäfen aus angeflogen – allerdings nicht täglich und nicht von allen Airlines. Eine verlässliche Alternative ist Flughafen München (MUC), von wo aus du mit der Bahn oder dem Mietwagen in rund 1,5 bis 2 Stunden in Innsbruck bist. Salzburg (SZG) ist ebenfalls eine gute Wahl, besonders für das östliche Tirol.
Mit dem Wohnmobil
Tirol ist Wohnmobil-Land – die meisten Campingplätze sind gut erschlossen, die Zufahrten zu den Haupttälern breit und gut ausgebaut. In die engeren Seitentäler (etwa Oberes Ötztal, Stubaital) lohnt ein Blick auf die Durchfahrtshöhe und Kurvenradien vorab. Nicht alle Bergstraßen sind für große Reisemobile geeignet; die Strecke durch das Zillertal hingegen ist problemlos zu bewältigen. Plan für Innsbruck selbst ausreichend Puffertage ein – die Stadt ist eng, und die Wohnmobil-Stellplätze liegen meist außerhalb des Zentrums.
Verkehrssicherheit & Maut in Österreich / Tirol
Vignette und Maut: Auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen gilt für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen (technisch zulässige Gesamtmasse) Vignettenpflicht. 2026 kostet die 10-Tages-Vignette ca. 12,80 €, die 2-Monats-Vignette ca. 32,00 €, die Jahresvignette ca. 106,80 € (geprüft am: 11.07.2026). Die digitale Vignette wird direkt ans Kennzeichen gebunden; 2026 ist letztmalig auch die klassische Klebevignette erhältlich – ab 2027 gibt es sie nur noch digital.
Wohnmobile über 3,5 Tonnen: Diese fallen nicht unter die Vignettenpflicht, sondern unter das kilometerabhängige GO-Box-Mautsystem (GO-Maut). Die GO-Box muss vor der ersten Fahrt auf österreichischen Autobahnen besorgt und montiert werden – am einfachsten online über go-maut.at oder an Verkaufsstellen an Grenzübergängen. Der Kilometertarif liegt für zwei- und dreiachsige Wohnmobile im Schnitt bei ca. 20–30 Cent pro Autobahnkilometer (geprüft am: 11.07.2026); der genaue Betrag hängt von Achszahl und Emissionsklasse ab.
Brennerautobahn A13 – Sondermaut: Wer über den Brenner Richtung Südtirol fährt, zahlt zusätzlich zur Vignette eine Streckenmaut auf der A13. Diese kostet 2026 für PKW (einfache Fahrt) ca. 12,50 € (geprüft am: 11.07.2026). Für Wohnmobile über 3,5 t wird die Maut über die GO-Box abgerechnet. Wichtig: Die Luegbrücke auf der A13 wird noch bis voraussichtlich 2030 saniert und ist einspurig geführt – das verursacht besonders an Ferienwochenenden erhebliche Staus. Früh losfahren oder auf die mautfreie Bundesstraße B182 (Brennerbundesstraße) ausweichen, falls du Zeit hast.
Dashcam: In Österreich sind Dashcams nur in sehr engen Grenzen erlaubt; die Nutzung erfordert laut ÖAMTC eine Genehmigung der Datenschutzbehörde. Im Zweifel verzichtest du besser darauf – Bußgelder können empfindlich hoch ausfallen.
Pflichtausstattung: Für mehrspurige Fahrzeuge schreibt Österreich eine Warnweste (griffbereit im Fahrzeuginneren, nicht im Kofferraum!), ein Warndreieck und einen Verbandskasten vor. Die Weste ist beim Verlassen des Fahrzeugs außerorts oder auf der Autobahn nach einem Unfall oder einer Panne Pflicht. Das Konzept der V16-Blinkleuchte (wie in Frankreich zunehmend eingeführt) ist in Österreich aktuell nicht gesetzlich vorgeschrieben.
Tempolimits für Wohnmobile: In Österreich gelten für Wohnmobile bis 3,5 t dieselben Limits wie für PKW (Autobahn 130 km/h, Freilandstraße 100 km/h, Ortschaft 50 km/h). Auf bestimmten Strecken – darunter die Inntalautobahn A12 und die Brennerautobahn A13 – gilt nachts (22–5 Uhr) ein Tempolimit von 110 km/h. Für Wohnmobile über 3,5 t gelten abweichende, niedrigere Limits; prüfe die Beschilderung vor Ort und informiere dich beim ÖAMTC oder ADAC über die aktuellen Kategorie-spezifischen Grenzen.
Winterreifen / Schneeketten: In den Tiroler Bergen kann bereits ab Oktober Schnee auf den Pässen liegen. Winterreifen werden dringend empfohlen; auf bestimmten Strecken ist Schneekettenpflicht per Beschilderung ausgewiesen. Mit Schneeketten gilt ein empfohlenes Tempolimit von 50 km/h.
Umweltzonen: In Innsbruck und anderen größeren Tiroler Städten gibt es aktuell keine klassischen Umweltplaketten-Zonen wie in Deutschland. Allerdings hat Österreich ab Mai 2026 die rechtliche Grundlage für automatisierte Zufahrtskontrollen in Innenstädten geschaffen; die praktische Umsetzung läuft schrittweise an. Wohnmobilfahrer sollten die Entwicklungen im Blick behalten.
Was kostet Übernachten in Tirol?
Tirol ist kein Schnäppchenreiseziel – aber man bekommt für sein Geld in der Regel auch gute Qualität. Die folgende Tabelle zeigt grobe Preisspannen:
| Unterkunftstyp | Nebensaison (ca.) | Hauptsaison (ca.) |
|---|---|---|
| Einfaches Hotel / Pension (pro Zimmer/Nacht) | ca. 70 – 110 € | ca. 110 – 200 € |
| 3-Sterne-Hotel (pro Zimmer/Nacht) | ca. 90 – 130 € | ca. 130 – 250 € |
| Campingplatz (2 Personen + Stellplatz + Strom) | ca. 30 – 45 € | ca. 40 – 65 € |
(Alle Preisangaben als Orientierungsspanne; geprüft am: 11.07.2026. Abweichungen je nach Region, Kategorie und Ausstattung möglich.)
Günstigere Hotelsaisons sind Frühling (April/Mai) und Frühherbst (Oktober/November) – außerhalb der Ski- und Wanderhauptzeit. Unter der Woche ist es oft merklich günstiger als am Wochenende.
Campingplätze & Wohnmobilstellplätze in Tirol
Die Campingplatz-Dichte in Tirol ist hoch, die Qualität insgesamt überdurchschnittlich. Für Wohnmobilisten sind Ver- und Entsorgungsstationen auf den meisten gut bewerteten Plätzen Standard. Hier vier real recherchierte Plätze als Orientierung:
1. Ferienparadies Natterer See (Natters, südwestlich von Innsbruck)
Ein großer, sehr gut ausgestatteter Platz mit eigenem Badesee, Restaurant und Wellness-Angeboten. Preise 2026 ab ca. 46 € für zwei Personen inkl. Strom in der Hauptsaison (geprüft am: 11.07.2026). Die Lage ist günstig: Innsbruck ist mit dem öffentlichen Bus gut erreichbar, was gerade für Tagesausflüge ohne Wohnmobil praktisch ist. Die Stellplätze direkt am See sind beliebt und schnell vergeben – wer Seeblick will, sollte früh genug anreisen oder vorher reservieren.
2. Alpen Caravan Park Achensee (Achensee, nördlich von Jenbach)
Lage am Nordufer des Achensees – dem größten See Tirols. Ein familienfreundlicher, gut infrastrukturierter Platz mit Bootsverleih, Restaurant mit Sonnenterrasse und Spielangeboten. Preise 2026 ab ca. 40 € für zwei Personen pro Nacht (geprüft am: 11.07.2026). Der Blick auf den See von bestimmten Standplätzen ist beeindruckend; wer lieber ruhiger liegt, fragt beim Check-in nach hinteren Reihen abseits der Hauptzufahrt.
3. Tirol-Camp Fieberbrunn (Fieberbrunn, Pillerseetal)
Eine große Terrassenanlage mit eigenem Wellnessbereich (Innen- und Außenpool) direkt an der Talstation der Gondelbahn Streuböden – ideal, wenn du tagsüber wandern und abends entspannen willst. Einkaufen ist im Ort selbst gut möglich; auf dem Platz gibt es einen Minimarkt für den kleinen Bedarf. Ein Hinweis aus Erfahrung: Der Platz liegt außerhalb der Ortsgrenzen, also die Vorräte lieber beim täglichen Spaziergang in den Ort ergänzen, nicht erst wenn die Kühlbox leer ist.
4. Camping Ötztal Längenfeld (Längenfeld, Ötztal)
Bekannter 4-Sterne-Platz mitten im Ötztal, umgeben von eindrucksvoller Bergkulisse. Der Ort Längenfeld selbst ist gut zu Fuß erreichbar, Supermärkte und Apotheke sind vorhanden. Wer mit dem Wohnmobil durchs Ötztal aufwärts fährt, beachte: Ab Sölden wird die Straße enger, die Serpentinen steiler. Für Fahrzeuge über 7,5 m oder breiter als 2,3 m lieber die Strecke vorher recherchieren.
Was kostet die Kurtaxe (Ortstaxe) in Tirol?
In Tirol heißt die Übernachtungsabgabe offiziell Ortstaxe (auch: Aufenthaltsabgabe oder Kurtaxe) – die genaue Bezeichnung variiert je nach Gemeinde. Sie wird pro Person und Nacht erhoben und liegt je nach Tourismusverband zwischen ca. 2,60 € und 5,00 € pro Person und Nacht (geprüft am: 11.07.2026). Im Ötztal sind es derzeit laut recherchierten Quellen bis zu 5,00 €, im Zillertal rund 2,60 €. Einige Orte, darunter Kitzbühel, haben ihre Sätze zuletzt deutlich angehoben.
Wer zahlt? Alle Gäste ohne Hauptwohnsitz in der Gemeinde, die entgeltlich übernachten – also auch auf dem Campingplatz. Kinder bis 15 Jahre sind in der Regel befreit. Der Betrag wird von der Unterkunft oder dem Campingplatz eingehoben und dann an den jeweiligen Tourismusverband abgeführt. Du zahlst ihn direkt beim Check-in oder Check-out – er sollte auf der Rechnung separat ausgewiesen sein.
Für den genauen Satz in deinem Zielort lohnt sich ein kurzer Anruf bei der Unterkunft oder ein Blick auf die Website des örtlichen Tourismusverbandes vor der Reise.
Wann ist die beste Reisezeit für Tirol?
Das kommt darauf an, was du suchst. Wer Wandern, Ruhe und moderate Temperaturen schätzt, ist im Mai/Juni und im September/Oktober am besten aufgehoben. Die Wege sind gut begehbar, die Campingplätze nicht überfüllt, und das Licht in den Bergen ist in diesen Wochen besonders schön – das goldene Herbstlicht auf den Lärchenwäldern ist etwas, das man gesehen haben sollte.
Der Hochsommer (Juli/August) ist die touristisch stärkste Zeit. Schönes Wetter, aber auch volle Campingplätze, Stau auf der Inntalautobahn und entsprechend höhere Preise. Wer in dieser Zeit reist, sollte früh buchen – besonders für Stellplätze in beliebten Regionen wie dem Achensee oder dem Zillertal.
Im Winter (Dezember–März) dominiert Ski-Tourismus. Die großen Wintersport-Campingplätze (z. B. Natterer See) sind auch dann geöffnet, aber für eine entspannte Senioren-Wohnmobiltour weniger ideal – Bergstraßen mit Schnee und eingeschränkte Mobilität ohne Ski erfordern mehr Planung.
Veranstaltungen 2026 (mit Vorbehalt – Termine können sich verschieben)
- Hahnenkamm-Rennen Kitzbühel (Januar 2026): Das berühmteste Abfahrtsrennen der Welt. Spektakulär, aber hotelnah und sehr gut besucht – Preise in der Region steigen deutlich an.
- Innsbruck Festival der alten Musik (Sommer 2026): Jährliches Festival für Barockmusik in historischer Kulisse, regelmäßig im August.
- Almabtrieb (September/Oktober 2026): In vielen Tiroler Tälern wird der Abtrieb des Viehs von der Alm mit Musik, Tracht und Festlichkeiten begangen – ein sehr authentisches Erlebnis, das es zu beobachten lohnt.
- Christkindlmärkte in Innsbruck (Advent 2026): Der Innsbrucker Christkindlmarkt zählt zu den bekanntesten Österreichs. Schön, aber voll – Wohnmobil-Stellplätze in Innsbruck in dieser Zeit früh reservieren.
Einkaufen & Versorgung vor Ort
Tirol ist bestens versorgt. In allen Tälern gibt es SPAR, Interspar oder Eurospar als verlässliche Anlaufstellen; größere Orte haben zusätzlich Hofer (österreichischer Aldi), Lidl oder Billa. Innsbruck selbst bietet alle Einkaufsmöglichkeiten einer Großstadt.
Ein Hinweis, den du kennen solltest: In Österreich sind Sonntagsöffnungszeiten für Supermärkte deutlich eingeschränkter als in manchen anderen Ländern. Viele Filialen sind sonntags geschlossen oder nur in Ausnahmefällen (etwa an Bahnhöfen) geöffnet. Rechtzeitig vor dem Sonntag einkaufen – gerade wenn du auf einem Campingplatz ohne Shop sitzt.
Wochenmärkte gibt es in Innsbruck (täglich auf dem Marktplatz, morgens), in Kitzbühel (freitags) und in vielen kleineren Orten regelmäßig. Frische Tiroler Produkte – Speck, Käse, Brot – kauft man am besten direkt beim Bauernhofstand.
Apotheken sind in allen größeren Orten vorhanden. Der Notdienst-Hinweis hängt an der Tür jeder Apotheke aus; alternativ gibt es die österreichische Apothekenhotline unter 1455 (ärztlicher Bereitschaftsdienst). Bargeld wird in Tirol vielfach noch gerne gesehen, besonders auf Märkten und kleinen Berghütten – eine Karte funktioniert zwar fast überall in Dörfern und Städten, aber nicht auf jeder Almhütte oben.
Senioren- & Barrierefreiheits-Check
Tirol ist bergig – das klingt selbstverständlich, hat aber konkrete Auswirkungen. In Innsbruck selbst ist die Altstadt teilweise gut zu Fuß erreichbar und verhältnismäßig flach; das Goldene Dachl und die Hofburg liegen nah beieinander. Für Reisende mit eingeschränkter Mobilität ist das Zentrum aber dennoch anspruchsvoll: Kopfsteinpflaster, teils steile Gassen, nicht alle Sehenswürdigkeiten stufenlos zugänglich.
Die Tiroler Hauptorte wie Innsbruck, Kufstein, Lienz und die größeren Dörfer in den Tälern sind per Bus gut angebunden; das Netz des Verkehrsverbunds Tirol (VVT) ist gut ausgebaut. Mit der Gästekarte (oft im Übernachtungspreis enthalten) können Busse im jeweiligen Tourismusgebiet kostenlos oder vergünstigt genutzt werden – eine echte Erleichterung, wenn du den Wagen lieber stehen lässt.
Seilbahnen und Gondeln bieten in der Regel barrierefreien Einstieg; die Wanderwege am Ziel dagegen sind meist bergig und wenig flach. Wer auf Stöcke angewiesen ist oder längere Gehstrecken vermeiden möchte, sollte die Gondel und gemächliche Höhenwege gezielt wählen. Der Achensee-Uferweg oder der spaziergangsgeeignete Bereich um die Ellmauer Alm in der Wilder-Kaiser-Region sind Beispiele für weniger anstrengende, dennoch wunderschöne Routen.
Gesundheit & Notfall in Tirol
Die medizinische Versorgung in Tirol ist gut. Das wichtigste Haus ist das Landeskrankenhaus Innsbruck (LKH Innsbruck), das als Universitätsklinikum auch hochspezialisierte Behandlungen anbietet – Neurologie, Herzchirurgie, Unfallchirurgie. Weitere Bezirkskrankenhäuser gibt es in Kufstein, Schwaz, Hall in Tirol, Kitzbühel, Zell am Ziller, Lienz, Imst, Reutte und weiteren Orten; fast jedes größere Tal hat eine stationäre Versorgung in erreichbarer Nähe. Kontaktdaten erfragst du am besten vor Ort in der Unterkunft oder über das offizielle Gesundheitsportal des Landes Tirol (tirol.gv.at).
Tirol hat auch einen gut ausgebauten Notarzt-Hubschrauberdienst mit mehreren saisonal betriebenen Stützpunkten – besonders im alpinen Gelände ein wichtiger Faktor.
Wichtige Notrufnummern in Österreich:
- EU-Notruf: 112 (Feuerwehr, Rettung, Polizei – funktioniert immer und überall, auch ohne SIM)
- Österreichische Polizei: 133
- Notarzt/Rettung: 144
- Bergrettung: 140
Als EU-Bürger bist du mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC/EKVK) in Österreich bei öffentlichen Gesundheitseinrichtungen abgesichert. Eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport-Baustein ist gerade für Bergregionen sehr empfehlenswert – denn ein Hubschraubertransport kann auch für Kassenpatienten kostspielig werden, wenn er nicht medizinisch notwendig war.
So planst du deine Tirol-Reise – 3 ruhige Schritte
- Saison und Region wählen: Überlege, ob du eher die ruhige Frühjahrs-/Herbstsaison oder den Hochsommer bevorzugst, und entscheide dann eine Hauptregion (Inntal, Ötztal, Zillertal, Achensee …) – Tirol ist zu groß, um alles auf einmal zu sehen. Weniger ist mehr.
- Maut und Vignette klären: Prüfe, ob dein Wohnmobil unter oder über 3,5 t liegt. Kaufe die Vignette vor der Fahrt digital über den ASFINAG-Mautshop oder an einer Tankstelle – besonders wenn du sofortige Gültigkeit brauchst, kaufe sie offline (ADAC, Tankstelle), nicht online, da die Online-Jahresvignette erst 18 Tage nach Kauf gilt.
- Campingplatz oder Hotel frühzeitig reservieren: Für Hauptsaison und beliebte Plätze (Natterer See, Achensee) gilt: ohne Reservierung riskierst du, keinen Platz zu bekommen. Ruf direkt beim Betreiber an – die meisten sprechen Deutsch, sind freundlich und geben ehrlich Auskunft über freie Plätze und Lage auf dem Areal.
Wenn du gerne weiter stöberst: Ganz anders, aber ebenfalls auf Ruhesuchende ausgerichtet, ist El Hierro auf den Kanaren – eine faszinierende Insel für alle, die Abgeschiedenheit und Natur suchen. Und wer auch Camping im Großstadtumfeld kennenlernen möchte, findet im Beitrag über den Lisboa Camping & Bungalows mitten im Monsanto-Wald interessante Vergleiche zum strukturierten Alpencamping.
Übrigens: Von Tirol aus gedachte ich manchmal an ganz andere Abende – an der Promenade von Meloneras auf Gran Canaria konnte ich abends wunderbar den Sonnenuntergang beobachten. Ein vollkommen anderes Gefühl als das Alpenglühen über den Tiroler Dreitausendern – aber beide auf ihre Art unvergesslich. Tirol macht einem bewusst, wie viele verschiedene Arten von Schönheit es gibt.
Häufige Fragen zur Reise nach Tirol
Was kostet die Kurtaxe (Ortstaxe) in Tirol?
Die Ortstaxe in Tirol liegt je nach Tourismusverband zwischen ca. 2,60 € und 5,00 € pro Person und Nacht (geprüft am: 11.07.2026). Sie wird von der Unterkunft eingehoben. Kinder bis 15 Jahre sind in der Regel befreit.
Brauche ich für Tirol eine Autobahnvignette?
Ja, für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen (technisch zulässige Gesamtmasse) ist eine Vignette Pflicht. Die 10-Tages-Vignette kostet 2026 ca. 12,80 €, die Jahresvignette ca. 106,80 € (geprüft am: 11.07.2026). Wohnmobile über 3,5 t brauchen statt der Vignette eine GO-Box für die kilometerabhängige Maut.
Wann ist die beste Reisezeit für Tirol für Senioren?
Mai/Juni und September/Oktober: Weniger Betrieb, milde Temperaturen, gut begehbare Wege. Der Hochsommer ist schön, aber voll und teurer.
Darf ich in Österreich eine Dashcam benutzen?
Dashcams sind in Österreich nur in sehr engen Grenzen erlaubt und bedürfen laut ÖAMTC einer Genehmigung der Datenschutzbehörde. Im Zweifel lieber darauf verzichten.
Welche Campingplätze eignen sich in Tirol für Wohnmobile?
Gut geeignet sind u. a. das Ferienparadies Natterer See bei Innsbruck, der Alpen Caravan Park Achensee und das Tirol-Camp Fieberbrunn. Aktuelle Preise und Verfügbarkeiten immer direkt beim Betreiber erfragen.
Welche Notrufnummern gelten in Tirol?
EU-Notruf 112 (immer), Polizei 133, Notarzt/Rettung 144, Bergrettung 140. Diese Nummern gelten österreichweit.
Stand: 11.07.2026. Hinweis: Reise-Angaben wie Kurtaxe, Preise, Öffnungszeiten und Veranstaltungstermine ändern sich laufend. Alle Werte sind Anhaltspunkte (Stand siehe Prüfdatum) und „ohne Gewähr“. Bitte prüfe vor der Reise selbst, ob Preise, Termine und Angebote noch aktuell sind. (Reise-Beitrag zu Tirol, redaktionell geprüfter Entwurf von Rentner unterwegs.)

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